Hallo Welt,
hier kommt meine erste Kritik.
Es geht heute mal um eins meiner liebsten Bücher: Die Beschenkte von Kristin Cashore.
Es geht um ein Mädchen, oder eher eine junge Frau, namens Katsa. Sie lebt in einem Königreich, dass in einem (erfundenem) Land liegt, in einer Zeit die eher mittelalterlich anmutet. Das besondere ist jetzt, dass es in diesem Land sogenannte Beschenkte gibt. Diese Menschen erkennt man daran, das sie zwei verschieden farbige Augen haben (nennt man übrigens Heterochromie) und jeder dieser Menschen hat eine besondere Gabe. Etwas, dass er besonders gut kann. Das kann alles mögliche sein, Kochen, Klettern, Kämpfen, oder auch etwas total Unnützes wie den Mund besonders weit öffnen können. Unsere Katsa, hat die Gabe des Tötens und ist die Nichte des Königs. Sie kämpft unglaublich gut und muss für ihren Onkel, den König, der ziemlich brutal ist, den Auftragskiller spielen. Dann lernt sie einen anderen Beschenkten kennen, der ein Prinz aus einem anderen Königreich ist. Er schaut selbstverstänlich atemberaubend gut aus :) und die zwei verlieben sich natürlich. Das ist allerdings nicht alles, die zwei beginnen eine abenteuerliche Reise durch die Königreiche um ein grausames Verbrechen aufzudecken und so wird die Geschichte nicht dieses Verliebtes-Pärchen-Allerwelts-Einerlei sondern hat was richtig Tiefgründiges mit Spannung bis zum Ende.
Da wären wir auch schon beim zweiten Punkt: Die Kritik
Pro:
1. Die Personen. Katsa ist eine Charakter mit vielen Seiten. Ich weiß nicht recht wie ich das beschreiben soll. Man kann als Autor in ein Buch schreiben "Sie ist aufbrausend". Dann weiß der Leser, dass die Person aufbrausend ist, kann es aber nicht wirklich fühlen. Oder man kann als Autor, zwischen den Zeilen durchblicken lassen, dass die Person aufbrausend ist, indem man sie aufbrausend handeln lässt. Versteht ihr was ich meine? Es geht darum, dass Katsa nicht nur beschrieben wird, sondern, dass das Geschriebene in deinem Kopf einen bunten, fülligen, frischen, 3D Film ablaufen lässt.
2. Die Idee. An sich finde ich die Idee einfach gut. Die Idee mit den Beschenkten. Allerdings ist das ja eigentlich eine eher kleine Idee, ein kleines "Drauflegsel" auf die Teile der Geschichte, die theoretisch wirklich möglich sind. Ich finde Kristin Cashore hat diese Idee wunderbar ausgeschöpft und wirklich was draus gemacht.
3. Die Details. Kristin Cashore schafft es, mit einem Satz ein Bild in deinem Kopf zu erschaffen. Es ist wie Zauberei. Dabei schreibt sie einfach nur die Wahrheit. Sie schafft es mit einfachen Worten, Szenen einzufangen, die so wahr sind, so natürlich. Kurzes aber einschlägiges Beispiel: Bo sagt Katsa, dass er sich in sie verliebt hat:
"Und was ich fühle? Ist das nicht wichtig?" Er sagte es so kleinlaut, so unerwartet kleinlaut angesichts ihrer Bitterkeit, dass es sie beschämte. Sie setzte sich ihm gegenüber. "Bo! Verzeih mir! Natürlich ist es wichtig. Du kannst mir alles sagen, was du empfindest." Er schien plötzlich nicht zu wissen was er sagen wollte. Schaute in seinen Schoß und spielte mit seinen Ringen. Er holte tief Luft und rieb sich den Kopf, und als er ihr wieder das Gesicht zuwandte, hatte sie das Gefühl seine Augen wären nackt, sie könne direkt durch sie hindurch ins Licht seiner Seele sehen. Sie wusste was er sagen würde.
4. Der Schreibstil. Der Schreibstil ist, wie ihr vllt an dem Auszug gemerkt habt, nicht sehr modern. Aber ich finde nicht, dass das der Geschichte einen Abbruch tut. Er passt genau zu der Zeit und der Situation. Außerdem ist es eine sehr spannende Geschichte, die man schon nach kürzester Zeit gar nicht mehr weglegen möchte.
Cons:
1. Der Anfang. Mein eigentlich einziger Contra-Punkt ist der Anfang, weil natürlich muss man irgendwo eine Geschichte anfangen, ist ja logisch, und ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht was man jetzt konkret besser machen könnte, aber ich finde, dass man, wenn man das Buch jetzt ganz neu anfängt, einen ein bisschen holprigen Start hat. Da muss man sich ein bisschen durchbeißen. Es wird alles geklärt und so, aber natürlich muss man erst mal ein bisschen Info bekommen und das ist dann alles etwas schwer verdaulich, wenn ihr versteht was ich meine. Es sind so viel Namen und Daten und Fakten und Pipapo auf einmal, dass man manchmal denkt, gleich kommt alles zu den Ohren wieder raus.
2. Das Ende. Ich kann jetzt schlecht, viel über das Ende herziehen, denn das Ende ist, wenn ich ehrlich bin, gut gewählt. Es ist realistisch und alles, aber es ärgert mich einfach jedesmal wenn ich mein Lieblingsbuch durchgelesen habe, dass es überhaupt ein Ende gibt :) Ich weiß, das ist ein richtig schlechter Contra Punkt, aber ich würde meistens gerne einfach noch mehr über die zwei Lesen. Noch mehr erleben :)
--> Mein Fazit: Ein wunderbares Buch. Mit Tiefgang und Gefühl, einer ausgeschöpften Idee. Mit einem schönen Schreibstil und einem Anfang, bei dem es sich lohnt sich durchzubeißen.
Ich merke gerade, das ich vielleicht ein anderes Buch hätte wählen sollen, für meine erste Kritik. Denn jetzt könnte man denken, ich schreibe hier Lobeshymnen auf meine Lieblingsbücher. Aber das ist nicht so. Ich werde es beweisen. Also gebt mir eine Chance und lest noch ein paar weitere Kritiken :)
Fakts:
Erscheinungsdatum: September 2009
Preis: gebunden 19,90 €, Paperback 9,99 €
Seiten: 493
Originaltitel: Graceling
Alles Liebe und möge das Glück stets mit euch sein,
Nano